Von Wachstum zu Postwachstum. Einige Dilemmata von Mittelschichtgesellschaften
Ort:
Humboldtstraße 34, Seminarraum
Zeit:
04.03.2014 19:00 – 21:00
Vortrag von Steffen Mau (Universität Bremen) im Rahmen des Workshops ‘Lebenslauf und Biographie in der Postwachstumsgesellschaft – Sozioökonomische, sozialmoralische und soziokulturelle Perspektiven’
Mittelschichten werden häufig als gesellschaftlicher Entwicklungsmotor angesehen. Dort, wo der Anteil der Mittelschicht wächst, nimmt die Zustimmung zur Demokratie zu, scheinen die sozialen Verhältnisse ausgeglichener und weniger ungleich zu sein. Gilt dies auch für Gesellschaften, die sich im Übergang von Wachstums- zu Nachwachstumsgesellschaften bewegen? Oder finden wir hier Paradoxien? So sind in den vergangenen Jahrzehnten in den Gesellschaften Europas mehr Bürger in mittlere Positionen aufgestiegen als daraus abgestiegen. Trotzdem scheinen nun in einer Zeit der ökonomischen Stagnation und zunehmenden Konkurrenz gerade die Angehörigen der Mittelschichten besonders leicht zu verunsichern und in Statusverlustpanik zu geraten.
Steffen Mau geht in seinem Vortrag folgenden Fragen nach: Wer gehört überhaupt zur Mittelschicht? Wieso ist die Mittelschicht in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewachsen? Welche gesellschaftlichen Veränderungen gingen damit einher? Wie beurteilen Angehörige der Mittelschicht die gebremste gesellschaftliche Dynamik von Postwachstumsgesellschaften? Wie empfinden sie gesteigerte Konkurrenzen? Wie tragen Angehörige der Mittelschichten durch Verhaltensweisen der Statuswahrung zur Veränderung des allgemeinen sozialen Klimas bei?


