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Workshop zu Postkapitalismus mit Paul Mason

Ort: Rosensäle, großer Saal
Zeit: 04.10.2017 18:30 - 05.10.2017 17:00

Postkapitalismus - ein Workshop mit Paul Mason

Die Frage, ob der Kapitalismus seine anhaltende Krise lösen kann, ist im Hinblick auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit sowie auf eine nennenswerte Erholung der Weltwirtschaft von der anhaltenden Mehrfachkrise mit einer ganzen Reihe von Fragen verbunden. Nicht nur in emanzipatorischen sozialen Bewegungen werden Debatten geführt, die auf eine sozial-ökologische Transformation jenseits kapitalistischer Verhältnisse setzen. Im Zuge der globalen Finanzkrise von 2008 und ihre Folgen, verweist auch der britische Journalist Paul Mason in seinem Buch Postkapitalismus - Grundrisse einer kommenden Ökonomie (2016) auf ein bevorstehendes Ende des Kapitalismus und den Beginn einer Phase des "Postkapitalismus". Ausgehend von der Frage nach den Konturen einer Postwachstumsgesellschaft wird dieser Workshop die Debatte um einen Postkapitalismus kritisch untersuchen.

Um Anmeldung wird gebeten unter: ilka.scheibe@uni-jena.de

Der Workshop findet in deutscher und englischer Sprache statt.

Für Übersetzung ist an beiden Tagen gesorgt.

PROGRAMM

Mittwoch, 04.10.2017

18:30 - 21:00  |Auftaktveranstaltung: "Die politische Ökonomie des Postkapitalismus"

Nach einem einführenden Vortrag von Paul Mason wollen wir gemeinsam die politische Ökonomie des Postkapitalismus diskutieren und seine theoretischen Hintergründe und Fundamente ausloten. Wir fragen nach neuen Landnahmeprozessen, neuen Berufsfelder und Beschäftigungsprofile, wie sich "Arbeit" verändert, aber auch welche neuen Prekarisierungstendenzen aktuelle Automatisierungspotenziale nach sich ziehen könnten und in welche politischen Kämpfe und ökonomischen Strategien sie eingehegt sind.

Moderation: Emma Dowling (Jena).
Referent*innen: Paul Mason (London), Florian Butollo (Basel), Christian Siefkes (Berlin).
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Donnerstag, 05.10.2017

09:00 - 11:00 | "Postkapitalismus, Care und die Krise der sozialen Reproduktion"

Wird die Digitalisierung aus einer Care Perspektive zum Problem? Unter welchen sozialen Bedingungen kann die gesellschaftliche Aufwertung nicht-marktförmiger Tätigkeiten, welche für den Postkapitalismus entscheidend wäre, überhaupt erst gelingen? Wir diskutieren darüber, wie sich Arbeit inklusiv konzipieren lässt und welche Visionen eines Guten Lebens werden in der postkapitalistischen Auseinandersetzung mit (dem Ende der) (Erwerbs-)Arbeit verfolgt.

Moderation: Yannick Kalff (Osnabrück).
Referent*innen: Tine Haubner (Jena), Andrea Baier (München).

11:00 - 11:30 |Kaffeepause

11:30 - 13:30 | "Postkapitalismus, Ökologie und Energie"

Welche gesellschaftlichen Naturverhältnisse bedingen einen Postkapitalismus? Ist denkbar, dass Technologien ökologisch vertretbar werden könnten, wenn sie auf Basis anderer Eigentumsverhältnisse verwaltet würden? Oder sind nicht die Technologien und ihre inhärenten Zerstörungspotentiale selbst Teil des Problems? Zur Diskussion steht die Rolle digitaler Technologien in einer ökologisch dauerhaft tragfähigen Postwachstumsgesellschaft.

Moderation: Dennis Eversberg (Jena).
Referent*innen: Larry Lohmann (GB), Andrea Vetter (Berlin).

13:30 - 14:30 | Mittagspause

14:30 - 17:30 | "Postkapitalismus, gesellschaftliche Transformation und politische Praxis"

Welche Transformationsmodelle stehen gegenwärtig zur Debatte und wie lassen sich Vorstellungen eines Postkapitalismus einordnen? Wie hängen Postkapitalismus und Postwachstum zusammen? Sind postkapitalistische Gesellschaften notwendigerweise auch Postwachstumsgesellschaften? In dieser abschließenden Runde wollen wir gemeinsam Möglichkeiten und Herausforderungen der politischen Praxis aus verschiedenen Perspektiven erörtern und diskutieren.

Moderation: Sebastian Sevignani (Jena); Hanna Ketterer (Jena).
Referent*innen: Katja Barthold (Jena), Andreas Bauermeister (Weimar), Nick Hildyard (GB), Jens Kubieziel (Jena), Franziska Pfab (Berlin).