Zur Soziologie ökonomischen Wissens
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Zur Soziologie ökonomischen Wissens

Ort: Humboldtstraße 34, Seminarraum
Zeit: 17.07.2014 10:00 - 18.07.2014 18:00

Ökonomisches Wissen ist im Verlauf der Krise seit 2007 in den Blickwinkel massenmedialer Öffentlichkeiten gerückt. Weitgehend unabhängig davon ist es in den letzten beiden Jahr- zehnten bereits verstärkt zum Objekt soziologischer Forschung avanciert: Nachdem im Rahmen der New Economic Sociology zunächst vor allem auf die soziale Einbettung wirtschaftlichen Handelns abgestellt wurde, folgten - hierzu teils komplementär, teils konkurrierend gelagert - Rekurse auf die Rolle der Wirtschaftswissenschaften für die Strukturierung der wirtschaftlichen Realität (etwa Callons These einer Embeddedness of Economic Markets in Economics). Mittlerweile liegen zahlreiche Beiträge vor, die sich von sozial- und kulturwissenschaftlicher Warte aus mit ökonomischem Wissen beschäftigen. Der Workshop soll diese Ansätze miteinander ins Gespräch bringen, wobei der Blick neben empirischen Fallstudien auch auf die jeweiligen forschungsleitenden Theorie- und Methodenressourcen gerichtet werden soll.

Programm:

Donnerstag, 17. Juli

10:00 - 10:30 Empfang und Kaffee

10:30 - 10:45 Begrüßung und kurze Einführung (Klaus Dörre, Hanno Pahl)

10:45 -12:15 Session 1, Die sozialen Strukturen der Ökonomik (Moderation: Hanno Pahl)

Arne Heise (Hamburg): Die Perspektiven der Erneuerung der Wirtschaftswissenschaft in einem Lakatos-Bourdieu-Analyserahmen
Jens Maeße (Warwick): Eliteökonomen. Wissenschaft im Wandel der Gesellschaft
Matthias Thiemann/Mohamed Aldegwy (Frankfurt): The structure of disagreement in the academic debate of systemic risk and the implementation of policy tools
Alexander Lenger (Freiburg): Rekonstruktive Forschungsmethoden in der deutschen Volkswirtschaftslehre. Eine explorative Erhebung zugrunde liegender Repräsentationsmuster

12.15 - 13:15 Mittagessen 

13:15 - 14:25 Session 2, Ökonomik als Steuerungs- und Handlungswissen (Moderation: Jens Maeße)

Rainer Schützeichel (Bielefeld): Risiko und Versicherung - Zur Epistemologie der Versicherungsökonomie
Jan Krasni (Belgrad): Aus den Gesprächen mit den Wölfen: Diskursive (Selbst-)Inszenierungen des ökonomischen Expertentums
Werner Reichmann (Konstanz): Das dominante Schaubild und die visuelle Herstellung des Verständnisses der wirtschaftlichen Zukunft

14:25 - 15:05 Kaffeepause

15:05 - 16.35 Session 3, Die Ökonomisierung des gesellschaftlichen Wissens (Moderation: Jan Sparsam)

Oliver Kuhn (Leipzig): Alltagswissen in der Krise. Über die Zurechnung der Verantwortung für die Finanzkrise
Christian Schmidt-Wellenburg (Potsdam): Akademisches Wissen, professionelle Expertise und alltägliche Unternehmenspraxis. Unternehmensbezogene Professionen als neoliberale Regierungsformen
Alexander Hirschfeld (Kiel): Zur Ökonomisierung der Psyche: Burnout - Krankheit oder Risiko?
Matthias Schmelzer (Genf): Wirtschaftswachstum als Hegemonie. Historische Zugriffe auf ökonomisches Wissen am Beispiel des Wachstumsparadigmas

16.35 - 17.15 Kaffeepause

17.15 - 18.30 Keynote: Frédéric Lebaron: Economics as a strong field: the social bases of a discipli-nary domination (Vorstellung: Jens Maeße)

20.00 gemeinsames Abendessen

Freitag, 18. Juli

9.30-10.00 Kaffee

10.00 - 11.30 Session 4, "Modelle" als Praxisformen des akademischen Alltags (Moderation: Dennis Eversberg)

Sebastian Giacovelli (Gießen): Temporalitäten der Ökonomik - Die Modellform ökonomischer Theorie
Verena Halsmayer (Wien): Historische Epistemologie des neoklassischen Wachstumsmodells
Hanno Pahl (Luzern)/Jan Sparsam (Jena): Die Lucas-Kritik: Metamorphosen makroökonomischer Ordnungsfiguren
Manuel Wäckerle (Wien): Die neue Computerspielgeneration der Ökonomen: Eine kritische Betrach-tung der Generierung ökonomischen Wissens zwischen evolutionärer Strategie und sozialer Struktur

11:30 - 11:45 Kaffee

11:45 - 13:15 Session 5, Performativität, Expertise, Macht (Moderation: N.N.)

Stefan Leins (Zürich): Performativität und ihre Grenzen: Das Verhältnis zwischen ökonomischem Wissen und ökonomischer Praxis am Beispiel der Finanzanalyse
Timo Walter (Genf): Performativität wovon - was zirkuliert mit ökonomischen Wissen?
Barbara Sennholz-Weinhardt (Erfurt): "Der weiß wovon er spricht" - Wissensgenerierung und Machtbeziehungen in der Aufsicht von Finanzinstitutionen
Leon Wansleben (Luzern): Der Nexus zwischen Geldpolitik und monetärer Ökonomik: Optimierung, Depolitisierung oder Innovation?

13:15 gemeinsames Mittagessen (optional)

Organisatoren:

Dr. Hanno Pahl (Universität Luzern, Universität Jena)
Dr. Jens Maeße (University of Warwick)
Jan Sparsam (Universität Jena)