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Stefanie Hürtgen

Stefanie Hürtgen
Dr. Stefanie Hürtgen
Arbeitsschwerpunkte: Transnationale Arbeits- und Industriesoziologie; Subjekttheorie; Europa- und Transformationsforschung; Gewerkschaftstheorie, Gesellschaftstheorie.

Aufenthalt(e) als Fellow am Kolleg

01.02.14 - 31.03.14 und 01.06.14 - 30.09.14


Projekte, Vorträge und Veröffentlichungen als Fellow

Während des Fellowships untersucht Stefanie Hürtgen die Frage, ob das ursprünglich für Entwicklungsländer debattierte Konzept der "strukturellen Heterogenität" von Wirtschaft, Arbeit und Gesellschaft auch auf den Globalen Norden, namentlich Europa und seine Peripherie angewandt werden muss. Das würde eine Umgkehrung gängiger Vorstellungen von "Entwicklung" beinhalten, denn bislang wurde der Befund der "strukturellen Heterogenität", also eine starke sozioökonomische Polarisierung innerhalb einer Gesellschaft, als entscheidendes Merkmal von Unterentwicklung und als typisch für sog. Entwicklungsländer gefasst - während der Globale Norden als vermeintlichem Zentrum von Entwicklung eine Verallgemeinerung des (wiederum unterstellten) Einklangs von Wachstum und sozialen Wohlstands zu repräsentieren schien. Eigene empirische Forschungsergebnisse (insbesondere zu den Ländern Mittelosteuropas) und jüngere Debatten zu Fragmentierung und dem "Auseinanderfallen" auch der europäischen Gesellschaften stellen diese Gewissheit allerdings in Frage.

Anhand von Literatur und empirischen Befunden aus der sog. Transformationsforschung und in Bezug auf ein konkretes Entwicklungsland der europäischen Peripherie, Tunesien, soll die Frage einer strukturell heterogenen Entwicklungslogik in Nord und Süd untersucht werden.


Veröffentlichungen (Auswahl)


Hürtgen, Stefanie 2015: Transnationalisierung und Fragmentierung: Euro-Betriebsratshandeln als multiscalare Praxis, in: Susanne Pernicka (Hg.): Horizontale Europäisierung im Feld der Arbeitsbeziehungen. Wiesbaden: Springer VS Verlag, 17-54.

Roland Atzmüller, Stefanie Hürtgen, Manfred Krenn 2015: Die zeitgemäße Arbeitskraft. Qualifiziert, aktiviert, polarisiert. Weinheim: Beltz-Juventa.

Hürtgen, Stefanie 2015: Das Konzept der strukturellen Heterogenität und die Analyse fragmentierter Wachstumsgesellschaften in Europa. Working Paper der DFG-Kollegforscher_innengruppe Postwachstumsgesellschaften. Jena

From Silicon Valley to Shenzhen. Global Production and Work in the IT Industry. Boulder 2013: Roman & Littlefield (zusammen mit Boy Lüthje; Wilhelm Schumm; Peter Pawlicki und Martina Sproll).

Labour as a transnational actor, and labour's national und cultural diversity as an important frame of today's transnationality. In: Capital&Class Vol 38 (1), S. 211-238.

Mensch sein auf der Arbeit? Kollegialität als Balance von allgemein-menschlichen und leistungsbezogenen Aspekten von Arbeit. In: Lucie Billmann; Josef Held (Hg.): Solidarität in der Krise. Wiesbaden: VS-Verlag, S. 237-262.
Ansprüche an Arbeit und Subjektivierung von Biographie. In: Österreichische Zeitschrift für Soziologie, Schwerpunktheft "Individualisierung, Entgrenzung und Bewältigung"; 4/2012, S. 347-365 (zusammen mit Stephan Voswinkel).

Arbeit und materialistische Staatstheorie - das Paradigma der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. In: Klaus Dörre / Dieter Sauer / Volker Wittke (Hg.): Kapitalismustheorie und Arbeit. Neue Ansätze soziologischer Kritik. Frankfurt am Main 2012: Campus, S. 143-156 (zusammen mit Jens Wissel).

Europäische Interessenvertretung - eine Frage der nationalen Kultur? In: Industrielle Beziehungen 18 Jg., H. 4/ 2011, S. 315-335.

Prekarität als Normalität? Von der Festanstellung zur permanenten Erwerbsunsicherheit. In: Blätter für deutsche und internationale Politik, Nr. 4/2008, S. 113-119.

Standortkonkurrenz in Ost- und Westeuropa. Das Beispiel der Kontraktfertigung in der Elektronik-Industrie. In: Elke Ahlers u.a. (Hg.): Beschäftigte in der Globalisierungsfalle. Baden-Baden 2009: Nomos, Schriften zur europäischen Arbeits- und Sozialpolitik, S. 107-136.